Beatrice Zweig

In eine jüdische Berliner Kaufmannsfamilie wurde Beatrice Zweig am 27. Mai 1892 geboren. Ihre Eltern waren Carl und Regina Zweig (geb. Abraham). Zur Famile gehörten ihr älterer und spätere Dr. med. Alexander Zweig (1881), der Bruder Hans C. Zweig und die ein Jahr jüngere Schwester Miriam Marie Orabuena (geborene Zweig). In der Schulzeit besucht sie das Berliner Margarethen-Lyzeum, auf einer Feier der Familie lernt Beatrice ihren Couison Arnold Zweig, der sie liebevoll Dita nannte, kennen. Arnold war ein junger anstrebender Schriftsteller, dessen Liaison den Eltern von Beatrice nicht gefiel. Während des Ersten Weltkrieges heiraten Arnold und Beatrice am 5. Juli 1916. Arnold Zweig war wegen seiner Einberufung an der Front, wo Betrice hingegen von Philosophie-Vorlesungen in Berlin und München hörte. Bei verschiedenen Lehrern, darunter Leo von König und Ludwig Meidner begann sie ein Studium der Malerei.

Beatrice Zweig mit ihren Kindern Michael und Adam Nach Arnolds Rückkehr von der Front 1918 war er ein anderer Mensch. Er schrieb für jüdische Zeitungen gegen den weltweit wachsenden Antisemitismus in der Weimarer Republik an und hegte Pläne, nach Palästina auszuwandern. Um seine im Weltkrieg erlebten Erfahrungen aufzuarbeiten beschlossen die Eheleute Arnolg und Beatrice Zweig an den Starnberger See bei München zu gehen. In den Jahren 1920 und 1924 kommen Ihre Söhne Michael und der spätere Schweizer Psychiater und PsychotherapeutAdam Zweig-Strauss zur Welt. Adam erlangte später den britischen Sekundarschulabschluss, studierte Medizin an der Universität Zürich absolvierte 1952 das Staatsexamen. Im Anschluss promovierte er bei Wilhelm Löffler zum „Dr. med.”. In den 72er Jahren erlangte er den Facharzttitel für Psychiatrie und Psychotherapie und gründete bzw. leitete fünf Jahre später die Schweizerische Gesellschaft für Symbolforschung.

Nach dem gescheiterten Hitler-Putsch und anonymen antisemitischen Drohungen in ihrem Briefkasten, verlassen Beatrice und Arnold mit ihren Kindern die bayrische Heimat und zogen zurück nach Berlin und bezogen später eine Wohnung mit Garten in der genossenschaftlich organisierten Siedlung Eichkamp. Eine tiefe Krise löste in Beatrice eine Liebesbeziehung Arnolds zu seiner Sekretärin Lily Offenstadt aus.

Beatrice Zweig - Blühender Flieder Anfang der dreißiger Jahre bezogen die Eheleute Zweig ein Atelierhaus im Bauhausstil am Kühler Weg 9 (Eichkamp). Beatrice Zweig stürzt sich im Anfang der 1930er voller Enthusiasmus in ihre künstlerische Ausbildung. Sie besuchte in Berlin eine private Kunstschule, wurde Schülerin von Max Dungert und schloss ihr Studium am Bauhaus bei Johannes Itten ab. Im Anschluss absolvierte sie einen Studienaufenthalt an der privaten Kunstschule Académie Julian in Paris als Schülerin von Frans Masereel.Im gleichen Jahr 1932 unternahmen die Zweigs mit der Sekretärin Lily Offenstadt eine Reise in den nahen Osten. Von dort zurück begab sich Beatrice Zweig auf Malstudien nach Paris, Arnold verließ 1933 mit bescheidenen Handgepäck Berlin. Kurz vor seiner Abreise schrieb er seiner Frau, sie solle sich in der Umgebung von Paris was finden und mieten. Er schreibt weiter:

»„Das Politische wird für uns unerquicklich sein, das Wirtschaftliche, der Boykott jüdischer Autoren, kann uns außer Landes treiben.”«

In Begleitung seiner Sekretärin Lily Offenstadt reiste Zweig vom Görlitzer Bahnhof nach Spindlermühle (Riesengebirge) in die Tschechoslowakei. Die Liebesbziehung zur Sekretärin hatte zu diesem Zeitpunkt noch immer Bestand. Im März 1933 kehrte Beatrice Zweig aus Paris zurück, ihr Ehemann Arnold befand sich noch immer mit seiner Sekretärin Lily Offenstadt im Riesengebirge um die „Schlesische Novelle” zu schreiben. Arnold Zweig fuhr schließlich nach Prag seine Sekretärin Lily Offenstadt nach Berlin. Als Beatrice nach Prag zu ihrem Mann nach Prag reisen wollte, holte man sie in Dresden aus dem Zug, nahm ihr den Pass ab und sie kam für eine Nacht in die SA-Kaserne. Aufgrund des Boykotts gegen Juden musste sie am nächsten Tag wieder zurück nach Berlin. Drei Wochen später erhielt sie ihren Pass zurück. Das Treffen mit Arnold erfolgte im April 1933 zusammen mit Siegmund Freud in Wien.

Die Malerin Beatrice Zweig begann ihre Flucht mit den Kindern und ihrer Schwester im Mai über Prag, wo Arnold Zweig sie schon erwartetet. Erste Bücher ihres Mannes gingen am 10. Mai 1933 in Berlin in Flammen auf. Dank seiner tapferen Sekretärin von Arnold Zweig sind wichtigen Teile der Werke von Arnold und Beatrice gerettet worden. Bereits von der Gestapo beschlagnahmte Manuscripte holte die Sekretärin bei der Spedition Silberstein Berlin aus dem Speicher. Wertvolle Dokumente, handschriftliche Gedichte, Aufsätze Manuskripte von Dramen und die Urschrift des Romans „Der Streit um den Serganten Grischa” ihres Mannes konten aus der Beschlagnahmung gerettet werden. Die Häuser der Zweigs in Berlin werden im September 1933 geplündert, die Geheime Staatspolizei beschlagnahmt alles und das hiesige Finanzamt veranlasste gegen Arnold Zweig eine Reichsfluchtsteuer von 20.000 Reichsmark.

Beatrices Frühwerk ging zu großen Teilen auf der Flucht verloren. Mappen mit früheren Arbeiten der Malerin Beatrice Zweig aus Berlin und Süddeutschland wurden geraubt, ihre größte Trauer galt allerdings ihren Garten, der Rosenmauer und den Obstgehölzen. Neue Bilder präsentierte sie in neun Ausstellungen in Haifa, Tel Aviv und Jerusalem. Grafiker Hermann Struck, der in Haifa eine Künstlerkolonie aufbaute und später in Jerusalem eine Kunstschule gründete, stand mit Beatrice stand in engem Kontakt. Zu dieser Zeit in diesem sonnigen Land hatte Beatrice Zweig ihre produktivste Schaffensphase. Landschaftsmalereien, Aquarelle und Ölbilder in leuchtenden Farben entstanden. Später bekommt sie Heimweh in Erinnerungen an diese Jahre in Palästina. Trotz aller Ängste und materieller Schwierigkeiten findet sie in den hellen Farben des Landes Inspiration, stellt ihre Werke aus und behält ihre Lebenslust.

Jedoch dachten die Eheleute Zweig darüber nach, zurück nach Europa zu emigrieren. Beatrice fuhr nach Paris, um für eine Remigration die Aussichten zu prüfen. Obwohl beide beschlossen haben Palästina zu verlassen, fühlten sie große Angst vor einer erneuten Emigation. Bis weit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bleiben sie im Exil. Am 18. Oktober 1948 reiste Ehemann Arnold Zweig aus Prag kommend nach einem fast 15jährigen Exil in Palästina wieder nach Berlin. Empfangen wurde ihr Ehemann am Anhalter Bahnhof von Johannes R. Becher. Erst während einem kurzen Besuch in Ost-Berlin entschied Arnold wo er sich mit seiner Ehefrau Beatrice niederlassen wollte. Beatrice Zweig konnte erst später nachreisen, da sie in Prag erkrankte. Wilhelm von Sternburg schreibt hierzu:

»Die Reise in Richting ihrer alten Heimat (...) ist für sie zu einer seelischen Belastung geworden. Die Vorstellung, in den Ruinenfeldern den Menschen zu begegnen, in deren Namen Millionen Juden ermordet worden sind, läßt sie erschauern, löst schließlich einen psychischen Zusammenbruch aus. Über Monate hinweg überwältigten sie Depressionen (...)«

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland zerbricht Beatrice Zweig fast an der Tatsache, im Land der Mörder der europäischen Juden und ihrer Angehörigen, bis an ihr Lebensende zu leben. An die langjährige Sekretärin ihres Mannes schreibt sie Ende Januar 1949 über ihre Gefühle und Gedanken in jenen Tagen der Rückkehr:

»Für mich ist Berlin ein einziges Grauen und Fremde. Noch viel Antisemitismus, der nicht laut werden darf.«

Beatrice Zweig - Bürgerpark in Pankow In der neuen Heimat findet sie erst mit dem Malen Stabilität und schafft es nach und nach sich mit ihrer Umgebung in Berlin-Pankow anzufreunden. Mit den hier entstandenen Zeichnungen „Bürgerpark in Pankow” und „Weidenguppe in Pankow” hinterließ sie den Pankowern zwei schöne Werke aus ihrer Arbeit.

Nach dem Tod von Arnold quält Beatrice die Sehnsucht nach Palästina, die Machthaber verweigern ihr allerdings die Ausreise. Die öffentlichen Wahrnehmung der Malerin Beatrice Zweig war lange Jahre überdeckt in der Form als „Frau des Schriftstellers Arnold Zweigs”. Dabei ist die Künstlerin Beatrice Zweig eine außergewöhnliche sowie selbstbestimmte Persönlichkeit, eine unangepasste Künstlerin, die auch, aber nicht nur die engste Gefährtin des berühmten Literaten war. Beatrice Zweig starb am 14. Oktober 1971 und wurde neben ihrem Mann auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof beigesetzt. Mit einem Gedicht widmete Jens Gerlach auf der Beisetzung das Leben und Wirken von Beatrice Zweig, nachzulesen in „Dorotheenstädtische Monologe” von 1972. In der näheren Umgebung ihrer letzten Adresse im Künstlerviertel von Pankow wurde zu Ehren von Beatrice Zweig eine Straße benannt.

»November im Grunewald | Thüringer Winterlandschaft | Vorfrühling auf der Krim | Haifabucht | Taulandschaft | Bürgerpark in Pankow | Weidengruppe in Pankow | Blühender Flieder | Arnold Zweig«

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