Max Linger

Nationalpreisträger und Träger des Vaterländischer Verdienstorden in Silber

Das zur DDR-Zeit entstandene Wandbild am heutigen Finanzministerium nahe dem Platz des Arbeiteraufstandes gilt als das Hauptwerk von Max Linger. Zusammen mit fünf weiteren bekannten Künstlern sollte Max Linger einen Entwurf für das Mosaikbild aus Meißner-Porzellanplatten einreichen. Die Zielsetzung war „auf dem die Bedeutung des Friedens für die kulturelle Entwicklung der Menschheit und die Notwendigkeit des kämpferischen Einsatzes für ihn” darzustellen. Zu dieser Zeit vollzog sich die durch Walter Ulbricht betriebenen Formalismus-Kampagne, die Max Linger nach Auftragsvergabe durch Otto Grotewohl dogmatische Kritik einbrachte. Kritiker bemängelten die fehlende Industrialisierung, des Prinzips des demokratischen Zentralismus und vorrangig Fehlen der führenden Rolle der Arbeiterklasse kritisiert. Kulturfunktionäre und Regierungsmitglieder warfen Max Linger seinen „französischen Stil - typische Leichtigkeit der Figuren” vor, man kritisierte auch, dass er einen Traktor auf dem Gemälde nicht dem tatsächlichen Modell entsprechend exakt dargestellt hatte. Bei seinen Entwürfen traf ihn als West-Emigranten die „Formalismus-Kampagne” schmerzlich.

Fest mit maskierten Frauen

Das geänderte und schließlich ausgefertigte Wandbild zeigt von links nach rechts gesehen den Abgeordneten der Volkskammer, dahinter die herrschende Arbeiterklasse, die Freie Deutsche Jugend (FDJ), die Kunst, Jungpioniere, Bauarbeiter, Bauern, Gleisbauer, Stahlarbeiter, Architekten und die Familie. Repräsentativ dargestellt sollten die tragenden Schichten des Staates werden, in der Ursprungsforderung mit verschiedenen Waffengattungen der Volkspolizei. Es brauchte ganze sechs Entwürfe für die Billigung durch den Ministerrates, der nunmehr didaktisch belehrenden Gesellschaftszyklus konnte nun praktisch umgesetzt werden. Statt der typischen Ausführung in Mosaik sollte Meißner Porzellan verarbeitet werden. Max Linger konnte sich nie mit dem fertigen Ergebnis anfreunden, so dass er es stets vermied sein Hauptwerk wiederzusehen.

Mutter mit Kind Das Licht der Welt erblickte Max Linger 1888 in Leipzig. Sein Vater Maximilian Lingner war Holzstecher (Xylograph). Zunächst besuchte Max Linger den Abendakt der Leipziger Akademie für graphische Künste. Nach seinem Abitur studierte er mit einem Stipendium der Stadt Leipzig als Meisterschüler beim Maler, Kunstschriftsteller und Hochschullehrer Carl Ludwig Noah Bantzer an der Kunstakademie in Dresden. Seine Ausbildungs schloss Max Linger mit dem Gemälde „Singende Mädchen” erfolgreich ab, für sein Gemälde erhielt er den „Sächsischen Staatspreis”

Mit Heirat der Tochter eines Weißenfelser Schuhfabrikanten Lisa Arsand gehen beide für ein Jahr auf Europareise und kaum zurück bekam Linger die Einberufung zum Kriegsdienst und beteiligte sich in dieser Zeit am Matrosenaufstand 1918 in Kiel. Aus der Folge des Aufstandes bildete sich im gleichen Jahr der erste Arbeiter- und Soldatenrat, dem weitere Städte folgten, so auch Berlin am 9. November 1918 mit der Revolution. Mit der Parole „Frieden und Brot” forderte man u. a. die Abdankung des Kaisers Wilhelm II. Aus dem Kriegsdienst heimgekehrt ließen sich Max und Lisa Linger an der Ostsee auf dem Darß nieder, wo sie ein Haus erwarben. Mit Verbinden bäuerlicher Tätigkeiten versuchte Max Linger sein künstlerisches Schaffen fortzuführen. Dies gelang nicht so recht und schon nach drei Jahren gaben beide den Hof auf und zogen ins Thüringische Weißenfels, der Heimat von Lisa. Linger malte zunächst nach Aufträgen, größere Erfolge blieben aus. Während dieser Zeit setzte sich Max Linger auch mit den sozialen Problemen der Zeit auseinander, auf die er durch die benachbarten Leunawerke aufmerksam wurde. Mit der Lithographie-Serie „Arbeiterliebe”, die er an Käthe Kollwitz schickte. Sie lobte seine Arbeit und empfahl ihn nach Paris zu gehen.

Atelier am Bois de Boulogne im Künstlerviertel Montparnasse Ende der 20er Jahre ließen sich die Eheleute in der Stadt Paris nieder, wo sie im bekannten Künstlerviertel Montparnasse eine kleine Wohnung mit Atelier am Bois de Boulogne mieteten. Auch hier wollte sich der Erfolg seiner Tätigkeit mit der Kunst nicht so recht einstellen, was sich mit dem Schriftsteller Henri Barbusse änderte. Barbusse brachte Linger in Kontakt mit dem linksintellektuellen Kreis und gewann Max Linger für die aktive Mitarbeit bei der Wochenzeitung „Monde”. Lingers Lithographie „Arbeiterliebe” erschien 1930 auf dem Titelblatt der „Monde” und so folgten weitere Titelblätter. Linger prägte mehr und mehr das Erscheinungsbild der „Monde” mit Zeichnungen und Illustrationen zu den veröffentlichten Texten und Literaturbeilagen. Zusammen mit Barbusse gestaltete Max Linger zwei großformatige Alben mit den Bildergeschichten, „Le Pêcheur et sa Femme” und „Le Chevrier”. Nun war sein Weg in das Pariser Kunstleben geebnet. Erste Werke zeigte Linger der Galerie Billet (Pierre Vorms), das Museum „Jeu de Paume” und der französische Staat kaufen seinen Gemälde.

Arbeiterliebe Der Gruppe Assoziation revolutionärer Schriftsteller und Künstler Frankreichs trat Linger 1934 bei, in dessen Ausstellungen er aktiv mitwirkte. Neben seiner täglichen Arbeit als Pressezeichner entstanden hunderte von Tuschezeichnungen aus seinen Streifzügen durch Arbeitervorstädte von Paris (Banlieue), er fand auch Ideen und Inspirationen für seine Pressezeichnungen. Ebenfalls 1934 wechselte Max Linger nach Schließung der „Monde” zu den Zeitungen der Gewerkschaften „La Vie Ouvrière”, der Zeitung der Jugend „l’Avant-Garde” und der Zeitung der Kommunistischen Partei Frankreichs „l’Humanité”, der er täglich eine Zeichnung für dessen Ausgaben beisteuerte. In den alltäglichen Dingen des proletarischen Lebens und den weniger auffälligen Momenten der täglichen politischen Kreativität versuchte Max Linger scheinbar Gestaltungswürdiges und Allgemeingültiges zu finden. Er avancierte zu einer Koryphäe der Zeitungsgrafik, die Signierung seiner Werke mit „ling” entwickelte sich zu einem Markenzeichen.

Als Mitglied der Französischen Kommunistischen Partei und Gründungsmitglied des Deutschen Künstlerbundes in Paris wird Max Linger vor Ausbruch des II. Weltkrieges verhaftet und in das südfranzösischen Internierungslager „Camp de Gurs” gebracht. Seine Frau Lisa hingegen war bereits schwer erkrankt und befand sich bereits in der Psychiatrischen Klinik von Villejuif. Im Lager ist er tätig als Zeichenlehrer bei der „Schweizer Hilfe”. Nach einer Flucht nimmt Max Linger Kontakt zur Résistance-Bewegung auf, erhält falsche Papiere und tauchte mit seinem neuen Namen „Marcel Lantier” unter. In der französischen Widerstandsbewegung führte sein Weg nach Cazaubon (Pyrenäen), wo er Nachrichten der Résistance weiter leitete. Erst 1944 kam er nach Paris zurück und nahm seine Arbeit als Pressezeichner bei „l’Humanité” wieder auf.

Straße nach Rummelsburg Sein Weg zurück nach Deutschland führte 1949 in die kurz vor der Gründung stehende DDR nach Ost-Berlin. Im Gepäck ein Gastgeschenk, dem „Volk des fortschrittlichen Deutschlands”, von Gemälden, Aquarelle und Zeichnungen aus seiner Schaffenszeit seit 1929. In dieser Schenkung enthalten, eines seiner bekanntesten Bilder, „Mademoiselle Yvonne”. Nach seiner Ankunft in Berlin begann er auch mit der Vollendung des Gemäldes „Weintraubenverkäuferinnen in Südfrankreich” und nahm somit Abschied von seiner Zeit in Frankreich. In nachfolgenden Arbeiten ließ ihn das Land weiterhin nicht los. Diese Erinnerungen waren auch Bestandteil der ersten Fassung des Wandbildes am Haus der Ministerien. Mit einem Zyklus aus Bildern der Historie zu revolutionären Ereignissen deutscher Geschichte wollte Max Linger seine Entwürfe gestalten. In verschiedenen Varianten fertig erarbeitet, unterlag Linger immer dem Druck der staatlichen Stellen und ihrer ideologischen Erwartungen. Wie schon eingangs erwähnt war es die Zeit des „Formalismusstreits”, seine aus Frankreich beeinflusste Bildsprache wurde kritisiert.

Max Linger wurde Kunstprofessor an der Kunsthochschule in Weißensee und gründete 1950 die Deutsche Akademie der Künste in Berlin. Er heiratete seine zweite Frau, die Juristin Dr. Erika Hoffmeier, sie bezogen ein Haus mit Atelier im Künstlerviertel nahe der Schönholzer Heide. Das Künstlerviertel war eine Siedlung für die schaffende Intelligenz im Ostteil der Stadt Berlin. Mit dem Tod des Schriftstellers wurde zu seinen Ehren aus dem Namen „Künstlerviertel” die „Erich-Weinert-Siedlung”. Zu seinem 70. Geburtstag ehrte die Akademie der Künste Max Linger mit der Ausstellung „Max Lingner 70 Jahre alt”. Am 14. März 1959 stirbt Max Linger und wurde in der Nähe seines Hauses auf dem Friedhof in Niederschönhausen beigesetzt.

Seine letzten Arbeiten waren das Gemälde „Straße nach Rummelsburg” und das „Das Volkslied” in dem er noch einmal das singende Mädchen aufnahm, welches ihn seine ganze Schaffenszeit über begleitete. Nicht weniger bedeutend und noch erwähnenswert ist die Arbeit unter dem Titel „Zwei Kriege–zwei Witwen”.

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