Pankeverlauf

Ehedem, als die Panke noch ein reinliches Individuum war, führte sie Bernstein in ihrem Bette

Pankelauf im Wedding Gropiusstraße Wie idyllisch sich die Panke durch die Berliner Auenlandschaft schlängelte und präsentierte, um so abstoßender war ihr Gestank. Im Wedding waren die Menschen über den Zustand der Panke immer empört. Um 1809 schrieb Theologe und Philosoph Schleiermacher in einem Brief, dass die Panke ein sehr sauberes Flüsschen sei. Das war noch bevor die Rieselfelder am Rande der Stadt Berlin angelegt wurden und bevor sich die Industrie an der Panke etablierte. Industriefirmen verklärten zusätzlich zu den Abwässern der Rieselfelder ihre Abfälle in die Panke, so dass der Rest, der dann noch ankam "Stinke-Panke" genannt wurde. In den Abwässern waren ein erheblicher Anteil an festen Stoffen, die an flacheren Stellen im Pankebett Schlammbänke verursachten. Chef-Ingenieur Hobrecht hatte sich einst vorgenommen, die Panke mit seinem Radialsystem Nr. 4 in ein "Zierwasser" zu verwandeln. Mit Maßregeln, die den Zufluss verunreinigter Abwässer abschneidet, sollte der Panke seine ursprüngliche Reinheit wiedergegeben werden.

Im Quellgebiet bei Bernau begann schon die Verschmutzung in der Panke, es kam innerhalb der Stadt soviel Unrat in die Panke, daß unterhalb Bernaus eine Jauchenpfütze entstand. Man beobachte im weiteren Flusslauf eine natürliche Selbstreinigung, das Pankewasser wurde immer klarer und erreichte wieder seine Quellqualität. Problematische Betriebe waren neben den genannten Gerbereien, Stärkereien, Wäschereien, Färbereien, Leimsiedereien, Schlachthäuser, Brauereien, Butterfabrikationen, Molkereien, Kohlebetriebe und chemische Fabriken. Es fanden sich in der Panke vermehrt Verunreinigungen durch Fasern, Wasch- und Walkseifen, Beizen z. B. aus Färbereien, organische Stoffe aus Brauereien und saure Stoffe aus Akkumulatorenfabriken. Die Weddinger lästerten mit den Reim "Wo die Panke mit Gestanke durch den Wedding rinnt, da halten sich die Nasen zu, Mann und Frau und Kind" über den Zustand der Panke und beschwerten sich sehr oft bei den örtlichen Behörden. Claire Waldorffs sang in ihrem Lied "Und steh` am Ufer ick der Panke, möcht jleich ick wieda Leine ziehn, bei dem Jestanke, na ick danke, ne dufte Stadt is mein Berlin...".

Mitte des 19. Jahrhundert war man der Ansicht (Gesetz über die Benutzung der Privatflüsse), dass die Panke über genügend Selbstreinigungskraft verfüge, um eingeleitete Schmutzstoffe abzubauen. Das Berliner Polizeipräsidium versuchte im Jahr 1851 noch zu verhindern, dass eine Gerberei an der Panke gebaut wird. Durch Ausdehnung der Siedlungs- und Gewerbetätigkeit wurde die Wasserführung und -zusammensetzung stetig verändert. Der Bau der Gerbereien konnte nicht verhindert werden, die Betriebe siedelten sich zwischen Pankow und Gesundbrunnen am Ufer der Panke an, wurden aber verpflichtet längst der Panke Spülbassins anzulegen. Für Sünder hagelte es auch Strafen, die aber auf dreihundert Mark begrenzt war. So dachte man 1870 darüber nach den südlichen Arm der Panke zu verrohren oder zuzuschütten, um die Geruchsbelästigung in der dichten Friedrich-Wilhelm-Stadt zu verhindern. Noch in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts nutzten viele Pankower Bürger zwei Badestrände an der Panke. Diese befanden sich auf der Niederschönhausener Seite der Panke, also auf dem Gebiet der angrenzenden Schönholzer Heide (nördlicher Teil vom Bürgerpark) und die schon erwähnte an der Schlossstraße. Diese wurden dann 1927 wegen zu hoher Belastung durch Industrieabwässer geschlossen. Wann die Weddinger Privatbadeanstalt am Gesundbrunnen geschlossen wurde ist nicht bekannt.

Selbst gebadet wurde in der Panke. Bekannt ist die Privatbadeanstalt auf dem Gesundbrunnen und an der Pankower Schlossstraße (heute Ossjetzkystraße) gab es eine Flussbadeanstalt.

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Entlang der Panke - Von der Quelle im Naturpark Barnim durch den Norden Berlin's

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