Gewerbe an der Panke

Es hauchen die Stimmen vom Paradiese, Louise! Und es flüstert die Quelle der Wiese, Louise!

Pankemühle um 1777 Die Slawen waren auch die Ersten, die das Pankewasser zu nutzen wussten und mit ihrem Wasser die Slawenburg in Blankenburg schützten. Dann kamen die Bernauer, die ihre Stadt ebenfalls mit einem Pankewasser gefüllten Graben schützten. So konnten die gefürchteten Hussiten 1432, die Bernau stürmen wollten die Stadt nicht ganz umzingeln, weil die sumpfigen Pankewiesen unter Wasser standen. Das bekannte männerbezwingende Bernauer Schwarzbier ist ebenfalls ein Produkt des Pankewassers und seit Urzeiten gebraut. Dazu wurde stets am Vortag des Brauens schriftlich bekannt gegeben; "Leute gebt acht, dass keiner in die Panke macht, denn morgen wird gebraut". Zu dieser Zeit war es noch üblich, dass die Panke für den Abort genutzt wurde. Dieses bekannte Schwarzbier gab den Hussiten schließlich den Rest, eingeschläfert vom gar wohlschmeckenden Gebräu verloren sie den Kampf um das mittelalterliche Bernau.

Von der Steinzeit bis ins frühe Mittelalter siedelten an der Panke und dessen Einzugsgebiet Menschen, die der Jagd nachgingen, die Panke für den Fischfang nutzten, oder an dessen Ufern Ackerbau betrieben. Damals, in der Heidenzeit trug die Panke noch mehr Wasser als jetzt und sah nicht nur stattlicher aus sondern war auch noch äußerst fischreich. Überlieferungen nach sollen damals sehr viele Fische in der Panke geschwommen sein, darunter auch Forellen und Hechte mit einem Gewicht von fünf Pfund. Das ausgegrabene Germanendorf in Buch schöpfte nicht nur sein Wasser aus der Panke sondern ernährte sich auch aus dem reichhaltigen Fischbestand. Die Nutzung der Panke zum Fischfang war bis in den Herbst 1890 möglich, als Schlossmüllers die letzten Brathechte aus der Panke zog. Ein Jahr später waren keine Fische mehr zu sehen. Nur die Knaben zogen noch an den Ufern entlang und fingen Stichlinge und Feuersalamander. Die Panke war auch Transportweg, da bis in die römische Epoche noch Straßen eher unbekannt waren.

Die Panke (Pompke Pompks)

in der Preußischen Provinz Brandenburg und deren Kreise Niederbarnim Siê entspringt Stunde südlich von der Stadt Bernau bey der Paß- oder Malzmühle die ihre ersten Kräfte in Anspruch nimmt dann geht sie nach Zepernick Buch durch den Eichwald von Französisch Buchholz und den lieblichen Park des Königl. Lustschlosses Schönhausen bald darauf treibt sie bey Pankow eine Papiermühle und durch die Oranienburger Vorstadt bey der königlichen Eisengießerey vorbey strömt sie in Berlin ein wo fie am Schiffbauerdamme zwischen der großen Weidendammerbrücke und der Marschallsbrücke in die Spree fällt.«

An ihrem Flusslauf trieb die Panke zahlreiche Mühlen an, die das Gefälle und die Wildheit des Pankewasser nutzten. Nahe Bernau versuchte man südwestlich der Stadt mit einer Schrotmühle um 1610 das Wasser der Panke zu nutzen, nur ging das mit mäßigen Erfolg, sie litt oft unter Wassermangel. Obwohl sie auch gleichzeitig als Windmühle betrieben wurde, entschied man sich 1888 nach dem Verfall für den Abriss. Nahe Zepernick betrieb man eine Malz- und Paßmühle am Bernauischen Vorwerk, die oft ein Zankapfel mit den Zepernicker Bauern war. Die Bauern vernachlässigten die Grabenräumung der Panke und so kam die Mühle nicht zum benötigten Mühlwasser. Die Mühle war für Bernau von hoher Bedeutung, wurde doch hier die Zutat für das Bernauer Starkbier gemahlen. In alten Blättern schrieb man von der Malzmühle am Eichwerder als Idylle:

»Die Mühle lag in früherer Zeit wegen der vielen Eichen, Rüstern, Linden, Birken... welche das Gehöft, den Mühlenteich, Graben usw. umgaben, sehr romantisch. Weiter kömmt man neben einer Wassermühle, die den Namnen "Malz-Mühle" führet, vorbey, woselbst verschiedene kleine Häuser angebaut sind. Ich fand diese Gegen sehr angenehm; das Rieseln der Panke, die dicht in einander verwachsenen Bäume, die die Sonne hinderten, sich ihrer Hitze zu bedienen, die sanft wehende Luft, konnten dahmaks den ermüdeten Wanderer hier erquicken.«

Bis 1830 war die Malzmühle mit Mühlbetrieb und Vergnügungsort tätig, das Fäller der meisten Bäume um die Mühle brachte den Niedergang.

In Schönhausen (heute Niederschönhausen), Ortsteil von Pankow findet sich lediglich eine Randnotitz aus dem Dezember, 1709, wo es hieß "Ein Zimmermeister will eine Mühle am Schönhausischen Kanal bauen". Wo der Zimmermeister diese Mühle letztendlich errichtete ist nicht für Niederschönhausen nachvollziehbar. Es könnte allerdings sein, dass dieser Zimmermeister könnte auch die Mühle im Killisch-Park (Bürgerpark) sein, die allerdings schon seit 1527 bestand. Ab 1800 wurde die Mühle als Papiermühle mit vielen Hürden aus Brand und Hochwasser betrieben. Am Gesundbrunnen (Louisenbrunnen) ist die Pankemühle am bekanntesten und die einzigste, die bis heute überlebte. Die ehemalige Walkmühle (Ersterwähnung 1251 in einer Besitzurkunde als die "Mühle an der Panke" aus dem Besitz des Ritters Fridericus de Chare durch die Nonnen des Benediktinerinnenklosters in Spandau übernommen wurde), diente der Ledergewinnung. Bis 1709 wurde die Mühle als Papiermühle genutzt und wurde zwischen 1709-1712 auf Befehl des Königs als Walkmühle umgebaut, die bis 1748 das alleinige Recht in Berlin besaß Lumpen zu sammeln bzw. Papier zu verarbeiten. Wegen der zunehmenden Konkurrenz wurde die Papierverarbeitung 1750 wieder aufgegeben und die Mühle ausschließlich als Walkmühle genutzt. 1837 richtete die Panke im Wedding einen schweren Schaden an, zerstörte die historische Papiermühle, letztes Zeugnis des Weddinger Ursprungs. Diese bestand seit den 12. Jahrhundert und war der letzte Rest des schon verschwundenen Dorfes (Vorwerk). Das endgültige Aus war dann um 1891, als das Wehr zur Regulierung der Panke fiel. An der Mühle im Gesundbrunnen wurde der Verlauf der Panke dann entscheidend verändert. In diesem Bereich wurde der westliche Verlauf der Panke zugeschüttet, der auf die Panke treffende Mühlengraben übernahm den Pankeflusslauf.

Bullenwiese am Schiffbauer Damm Der Friedrich-Wilhelmstäd-tische Teil von Berlin war ursprünglich Sumpf und Haide. Der Acker des Haidereiters und die Bullenwiese lagen an der von der durch die Panke durchflossenen Gegend. Heidereiteracker und ein Teil der Bullenwiese wurde 1698 an den Hofmaurer und Steinmetzger Braun zur Anlage einer Schneidemühle veräußert. Der Rest der Bullenwiese wurde parzelliert und nahe dem Spreeufer mit Häuser für Schiffbauer bebaut. Heute aus dieser Zeit erhalten ist der Name "Schiffbauerdamm@quot;. Auf einem weiteren Teil der ehemaligen Bullenwiese entstanden der große Garten, welcher später der Hund'sche Garten wurde. Hofjuwelier Ephraim wandelte das Gelände zu einer Meierei um.

An der Akziesemauer Berlins unweit des "Neuen Thor", im nördlichen Teil der Friedrich-Wilhelm-Stadt befand sich die wohl bekannteste alte Mühle an der Panke. Diese wurde 1702 zur Zeit Friedrich des I. als kurfürstliche Schleif- und Polier-Mühle geführt und fand schon 1650 in den Büchern Erwähnung. Geschliffen und poliert wurden Rüstzeug bestehend aus Waffen und Harnische (Ritterrüstung). In der weiteren Abfolge erwarb der bekannte Stückgiesser Jacobi die Mühle, aber die Rentabilität schwand. Auch der Versuch die Mühle als Lohmühle zu betreiben brachte nicht den Erfolg, so dass die Mühle begann zu verfallen. Der aus der preussischen Münzgeschichte bekannte und schon erwähnte Kaufmann Ephraim erwarb die Mühle 1760, errichte zu seiner übernommenen Gold- und Silbermanufaktur Silber- und Kupferschmelzöfen sowie zwei Roßmühlen deren jede sechs Blasebälge antrieb. Von diesen Mühlen wurde auch Silber zur Ephraim'schen Münze geliefert, im Volksmund wurde die Mühle "Judenmühle" genannt.

Ehemalige königliche Eisengießerei Der Stahlfabrikant Voigt kaufte 1788 die Mühle an der Panke um eine kleine Eisenschmelze zu betreiben. Voigt starb im Jahr 1802, seine wenig rentable Eisenschmelze wurde zwangsversteigert und stand dann schließlich 1803 zum Verkauf. Das Oberbergamt zu Berlin erhielt im April des Jahres 1803 Kenntnis von dem bevorstehen Verkauf der Voigtschen Schleifmühle an der Panke nahe des Invalidenhauses. Schon im Mai konnte das 7½ Morgen große Grundstück für 16.125 Taler erworben werden und ein Jahr später begann die Gußeisenproduktion und paralell dazu erfolgte der Umbau des ehemaligen Mühlengrundstücks. Zum Bau der Königlichen Eisengießerei (Feuerland) in der Inavalien-/Chausseestraße trug der Wasserreichtum der Panke bei. Minister Graf von Reden, der schon eine kleine Königliche Eisengießerei an der Waisenbrücke betrieb, konnte diese dort nicht erweitern und hatte mit dem Kauf der Mühle dir Möglichkeit seine Produktionsstätten auszubauen. Der Umbau war fünf Jahre nach dem Kauf der Mühle nahezu abgeschlossen. Den laufenden Betrieb übernahmen zwei Kupolöfen, zwei Flammöfen und vier Tiegelöfen. Ein eisernes Doppel-Zylinder-Gebläse wurde durch das Panke-Wasser angetrieben. Schlesisches Roheisen wurde verschmolzen und in allen möglichen Arten von Gußwaren weiterverarbeitet. Einen Namen machte sich die Gießerei an der Panke mit ihren Guß von Statuen und Monumenten. Aus der Gießerei stammen das Monument der Königin Louise zu Gransen, das Denkmal des Feldmarschals von Curbière zu Graudenz und das Denkmal Theodor Körners zu Wöbbelin.

In den 40er Jahren des gleichen Jahrhunderts brannte das alte Mühlengebäude und ein Teil der Gießerei ab, worauf die Gießerei im neuen Stil entstand. Die rauchgeschwäzten zum Teil verfallenen Mauern und die Brücke der einherfließenden Panke hatte etwas malerisches und wurde von Künstlern oft als Motiv für Studien genutzt. Im Jahr 1873 musste die Königliche Eisengießerei, die ein Stück Berliner Kunst- und Kulturgeschichte wiederspiegelt das Werk schließen.

Hinter dem Pankower Ortskern, an der Coloniestraße begann das Weißgerbereigewerbe, welches in der Prinzen-, Pank- und auch in der Gerichtstraße zu finden war.

Kurz bevor die Panke die Spree erreicht, schlängelt sie sich durch die alte Charité in Berlin. Etwas verborgen liegt das alte Campusgelände der Veterinärmedizinischen Fakultät, Teil der Humbolt-Universität. Uralte Bäume säumen das Pankewasser mit seinen kleinen geschwungenen Brücken. Die ehemalige Bullenwiese, die Ende des 17.Jahrhunderts parzelliert wurde brachte der heutigen Charité die Fläche für die Grunsteinlegung 1810 als Pesthaus, welches König Friedrich wegen der annahenden Pest errichten ließ. Berlin wurde von der Pest verschont, so wurde es 1726 als Entbindungsstation für gefallene Mädchen (unehelich Schwanger), auch genannt als "Liederliche Weibstücke" umgewandelt. Das neue Haus beherbergte zudem das Lazarett der Garnison, ein Hospital und eine Lehranstalt für zukünftige Ärzte des Millitärs. 1727 verfügte König Friedrich Wilhelm die Benennung des Hauses als "Carité". Die erste Hebammenschule wurde 1751 gegründet und von dem königlichen Leibchirurgen Johann Friedrich Meckel geleitet. Als Hospiz für Arme war die Charité bis 1798 tätig, in den Jahren 1785-97 wurden Teile der Carité abgerissen, da die vorhandene Kapazität nicht mehr ausreichte.

Tieranatomischen Theater-Zootomie Der Tierarzneischulpark zählt zu den ältesten Anlagen an der Panke. Hier befanden sich mehrere Gärten von Berliner Bürgern, so auch der vom Reichsgrafen Reuß, der seinen 1784 an den Hofrat Bertram veräußerte. Dieser Garten galt als größter und schönster Garten Berlins. Nach großen Viehsäuchen in ganz Europa sah man die Notwendigkeit eines gut ausgebildeten Veterinärärztestands als gegeben. Friedrich der Große gab 1767 seinem Kollegium "sanitatis" den Auftrag, Pläne für eine zu gründene "École vétérinair" zu erarbeiten. Aus finanziellen Gründen kam es allerdings nicht zur Ausführung der schon 1770 durch den geheimen Rat Cothenius und Kriegsrat Naumann erarbeiten Vorleistungen. Mit Friedrich Wilhelm II. wurde das Vorhaben erneut aufgegriffen und der Oberstallmeister Graf Lindenau mit der Errichtung der Schule betraut. Der ehemals Gräflich Reußche Garten am Pankeufer im Norden eignete sich ideal für den Bau der Schule und somit begann Carl Gotthard Langhans mit den Entwürfen der Tierarzneischule. Nach Fertigstellung sollten dort Rossärzte für Pferde seiner Armee ausgebildet werden.

Im Inneren des Tieranatomischen Theater erinnert nichts an einen klassischen Vorlesungssaal, eher denkt man beim Anblick an ein Amphittheater. Nur so konnten alle das Sezieren verfolgen. Die Sitzordnung erfolgte auch hier gemäß dem sozialen Rang.Kernstück der Zootomie bildet der Seziertisch, welcher nicht nur Bühne des klassischen Theaters, sondern sich auch Opferaltar eines antiken Tempels darstellte. Diesen Eindruck erhält man durch Freskenzyklus in der Kuppel der Tieranatomie mit der umlaufenden von Bukranien gehaltenen Girlande. Dieser Freskenzyklus stammt aus der Hand des Berliner Malers und Radierer Bernhard Rode.

Aufwendig geschmückt, mit Fackeln beleuchtet und häufig mit Musik begleitet wurden Sektioen im Anatomischen Theater zum Spektakel. Mit dem versenkbaren Seziertisch hievte man die Tierkadaver aus dem Kellergeschoß, ein durchaus theatralisches Ereignis welches meist ausschließlich in der Karnevals- bzw. Fastenzeit stattfand. Der dramaturgische Gipfel der Sektionen war die Entfernung der Fortpflanzungsorgane.

Ein Aquarell von Johann Schulze aus dem Jahre 1806, welches im Schloss Charlottenburg hängt, zeigt das Hauptgebäude der Anlage. Im Zusammenhang mit der Pferdepflege entstanden zudem Ställe, Schmieden, Remisen und Pferdebäder. Es gab auch eine Reitbahn. Die königliche Tierarzneischule mit dem Tieranatomischen Theater "Zootomie"wurde 1828 Teil der Friedrich-Wilhelm-Stadt.

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Entlang der Panke - Von der Quelle im Naturpark Barnim durch den Norden Berlin's

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