∼ Entlang der Panke ∽ Rosenthal - ehemaliges königliches Gutsdorf vor den Toren von Berlin

Rosenthal

Vom Zentrum der Macht zur Naturlandschaft am nördlichen Berlin

Das Dörfchen Rosenthal war gegenüber seinen nahen Nachbardörfern Buchholz Pankow, Blankenfelde und Niederschönhausen ein viel größeres, ausgedehnteres Bauerndorf. Anfang des 13. Jahrhunderts entstand die Siedlung Rosenthal im Zuge der Neubesiedelung des Barnimer Landes. Gutshaus von Rosenthal um 1820 hinter der evangelischen KircheObwohl einige der Nachbarsiedlungen in ihrer Entstehung eine slawische Vorgeschichte hatten, liegt bei Rosenthal nur eine rein germanische Siedlungsform vor. Seine erste Erwähnung fand Rosenthal erst 1356 als "Rosendalle" genannt, wo auch ein Pfarrer namens Jakob verzeichnet wurde. Familie von Krummensee besaß zu dieser Zeit die wichtigsten Rechte wie z. B. der Pacht, die Bede, den Wagendienst und die Gerichtsbarkeit. Sie zählten zu den reichsten und angesehensten Adligen des Barnimer Landes, unter anderem besaßen sie auch die Stadt Altlandsberg und das Nachbardorf Buchholz. Dort hatten sie auch ihren Familiensitz. Vermutlich stammte die Familie den Meißner Markgrafen ab und übertrugen vermutlich ihren Namen vom gleichnamigen See bei Königs Wusterhausen. Diese Gegend war damals Hoheitsgebiet des Markgrafen von Meißen. Sehr verbunden waren sie auch der Stadt Berlin, sie stifteten der Marienkirche den Altar des Leibes Christi. In der Schlosskirche von Schöneiche befinden sich die Grabmäler von Elisabeth, Wilhelm und Christoffel von Krummensee.

Die Kirche am Anger von Rosenthal könnte auf Grund teilweiser Bauweisen schon über 100 Jahre früher gebaut worden sein. Die Bauweise des Mittelstücks an der Rosenthaler Kirche weist auf eine Entstehungszeit, die mindestens einhundert Jahre zurücklag. Noch ein sicheres Zeichen für eine frühere Besiedlung und Entstehung des Dorfes Rosenthal ist die Tatsache, dass der Pfarre nur zwei Hufen Land zugestanden wurde. Spätere Pfarrhöfe bekamen immer vier Hufen. Auch Ausgrabungen im Jahre 1998 auf dem ehemaligen Schlossgelände ergaben, dass ein dendrochronologisches Ergebnis der zu Tage geholten Balken um 1230 gefällt und verarbeitet worden sein musste. Die Dendrodaten aus den archäologischen Ausgrabungen sind ein Beleg dafür, dass um 1230 eine deutsche Siedlung ohne massive Bauten entstand. Bei der Besiedlung des Barnim wurde als Erstes damit begonnen an dem Punkt eine Holzkirche zu bauen, an dem sie sich beim Eintreffen am Siedlungsort versammelten. Die Kirche war stets das wichtigste Gebäude im Siedlungskern, war es doch die Zeit der Christianisierung der Mark. Ein weiteres Indiz ist, für dieses Gründungsjahr ist, dass das benachbarte Dorf Buchholz um die gleiche Zeit gegründet wurde.

Kossätenhof in Rosenthal um 1780Im Jahr 1375 tauchte der Name "Rosenthal" wieder im Landbuch der Mark auf, in dem Markgraf Karl IV. seine Ländereien dokumentieren ließ. Dokumentiert ist über das Dorf Rosenthal, dass es zu dieser Zeit über 72 Hufen verfügte, wovon die Pfarre 2 Hufen selbst inne hatte. Die übrigen Hufen gaben Pacht Zins und Bede. An Hüfner und der Mühle mussten die 16 vorhandenen Kossäten 10 Schillinge leisten. Einem Altar zu Berlin standen 8 Stücke Geldes zu, 10 Stücke Geldes gingen an Tyle Hetelwert und an Nicolaus Bernowte und seinen Brüdern 4 Stücke. Betete, Tydete, Arndt und Henning Krummensee, welche als Gutsherrschaft aufgeführt waren, hatten die Pacht von 15 Hufen, die Bede, den Wagendienst sowie das obere und niedere Gericht seit Alters. Vermerkt ist auch, dass die Erbhufen von der Familie von Krummensee erworben wurden und besaßen das Gut ungeteilt. Ohne weitere Daten findet sich Rosenthal 1459 im Bistumsmatrikel des Brandenburger Bischofs wieder. Haupteigner waren noch immer derer von Krummensee. Weitere Bestätigungen ihres Besitzes an Rosenthal erfolgten in den Jahren 1416 und 1451 im Landschlossregister. Eine weitere Erwähnung fand die Familie von Krummensee durch Kurfürst Joachim I., der seinem Hausvoigt Hans von Krummensee am 9. April 1518 erlaubte, den Kalandsbrüdern eine jährliche Rente von sechs Gulden aus dem Krug von Schönfließ zu verschreiben. In einem Eintrag von 1480 wird der Ort nunmehr "Rosendal" genannt.

Bis 1557 war Rosenthal fast vollständig im Besitz der Familie Krummensee. Ab dann trennten sich die Krummensee von Rosenthal durch Tausch mit dem Gut Bredereiche an Michel Happe von Hapberg. Happe erhielt durch den Auskauf und der Übernahme eines vier Hufenhofes die Grundlage für einen Rittersitz. Die Besitzung ging in der Rechtsnachfolge an den Hans Brettschneider, kurfürstlicher Sekretär und kurze Zeit später (1558) an Bürger Hans Mittelstraß über, die es zeit- oder teilweise besaßen. In den Verzeichnissen von 1558 vermerkt besaß Bürger Mittelstraß einen freien Hof und den Rittersitz mit 4 Hufen und 1 Garten. 1567 wurde das Rittergut "Rosendalle" an den Kurfürsten Joachim II. Hektor verkauft, der dieses seiner Geliebten Anna von Sydow und dessen Sohn Andreas, Amtsmann zu Bötzow und Liebenwalde, als Leibgedinge überlies. Nach dem Tod des Andreas Sydow (1569) ging der Rittersitz in der Lehnserbfolge an Nickel Diederich. Mitbelehnt wird die Kurfürstentochter Magdalena von Brandenburg, Gräfin von Annaburg. Kurfürst Johann Georg, Sohn des Kurfürsten Joachim II. annullierte 1574 die Verträge und übereignete das Gut der Familie von der Gröben. Dieser verkaufte das Rittergut für 9.000 Thaler der Markgräfin von Brandenburg Elisabeth Magdalena, verwitwete Herzogin von Braunschweig-Lüneburg und Stiefschwester von Johann Georg. Sie gab wiederum das Gut Rosenthal an ihren Hofmeister Friedrich von Götz auf Zehlendorf weiter, der das Gut zwischen 1583-1694 besaß.

Familie von Götz vergrößerte das Rittergut um weitere acht Hufen durch Aufkauf von drei Bauernhofstellen. Sie übernahmen in Ihrer Besitzzeit auch das Lehnschulzengericht und erreichten auch die Befreiung der Abgabenpflicht auf ihre Hufen. Sein Sohn Kanzler, Geheimrat Sigismund von Götz war der Nachfolger innerhalb der Familie der in Rosenthal als Gutsherr fungierte. Er erbte das Rittergut mit dem Tod des Vaters im Jahr 1595. Unter seiner Zeit (1620) erreichte er auch, dass die Bauern ihr Korn nicht mehr in der kurfürstlichen, sondern in der ihm gehörenden Mühle in Hermsdorf mahlen mussten. Zu dieser Zeit umringten riesige Hochwälder das Dorf Rosenthal und die Jagd spielte neben der Landwirtschaft in Rosenthal eine wichtige Rolle. Der Vermerk des Gutsdorfes im Jahr 1591 zeigt, dass dieser "Roßenthal" genannt wird. Siebzehn Jahre später, im Jahr 1608 nannte man es wieder "Rosendall", aber mit einem Buchstaben mehr.

Das Pfarrdorf wird 1450 mit 68 Hufen beziffert, wovon der Pfarrer 4 Hufen innehatte. Zu dem schon bekannten Krug wird nun noch ein Hirte und Schäfer genannt. 1527 verringerte sich die Hufenanzahl auf 48. Im Jahr 1574 ist schon von einem Weinberg die Rede, welcher vor dem Georgentor lag. Um 1624 bewirtschafteten 17 Hüfner und 13 Kossäten, 1 Hirte das Dorf. In den Aufzeichnungen ist ersichtlich, dass es nunmehr auch einen Schmied in Rosenthal gab. Der Dreißigjährige Krieg hatte auch in Rosenthal seine Spuren hinterlassen. Nach Kriegsende waren lediglich noch 12 Bauernhöfe übrig, wovon ein Hof dem Lehnschulzen gehörte, der mit seinem Bruder und 2 Söhnen den Krieg überlebte. Es waren im Dorf noch 7 Knechte und 10 Kossäten tätig. Der Pfarrhof war ebenfalls besetzt. Rosenthal traf es von den ehemals Pankower Dorfgemeinden am Härtesten. Von der geforderten Kriegs-Kontribution konnten in Rosenthal der geringste Betrag eingetrieben werden, im Gegensatz zu allen anderen Gutsdörfern auf dem Nieder-Barnim.

Mit dem Tod Sigismund von Götz im Jahr 1650 begann eine Erbauseinandersetzung zwischen seinen beiden Söhnen. Sein Sohn Zacharias Ferdinand Friedrich, Churfürstlicher Kammerherr erbte das Gutsdorf. Er war auch Hauptmann der Ämter Mühlenbeck und -hof. Unter seiner Zeit wurden in Rosenthal begonnen Leineweber anzusiedeln. 1664 bewirtschafteten die immer noch 12 Bauern- und 10 Kossätenstellen 44 Hufen und es gab wieder einen Schäfer, Hirte und Schmied. Teilweise wurden wüste Bauernstellen nicht mehr neu besetzt sondern deren Hufen zum Rittergut zusammengefasst. Der Rittersitz wurde mit 12 Hufen beziffert. Mitunter wuchs die Hufanzahl des Rittergutes in Rosenthal auf zeitweise 18 Hufen an. Das Pfarrdorf wird 1696 mit immer noch 11 wüsten Bauernhöfen und 7 wüsten Kossätenstellen genannt. Die Bauernstellen blieben gleich, die Kossätenhöfe verringerten sich auf sechs. Von den einst 72 Hufen werden nur 55 Hufen bewirtschaftet.

Noch ist im Klingelbeutel extra ordinarie eingekommen, da Seine Churfürstl. Durchlaucht Unser Gnädiger Herr die Kirche zum ersten Mal besuchte 3 Taler 11 Groschen.

Die sämtlichen Untertanen und Einwohner zu Rosenthal und Hermsdorf schwören zu Gott, dem Allmächtigen, dass seiner churfürstlichen Durchlaucht zu Brandenburg wir treu gehorsam sein, seiner churf. Durchl. Frommen und Bestes suchen und befördern, Schaden und Nachteil aber, so viel an uns ist, abwenden unsern Dienst, Zinsen, Pächte, Zehnt und was wir sonst abzugeben und zu leisten schuldig sein, zu rechter Zeit einbringen, und in allem uns als treue Erbuntertanen erweisen wollen, so wahr uns Gott helfe.

Lustschloss Rosenthal nach einer Radierung von J. B. Broebes um 1733Nach erneuter Übernahme des Rittergutes durch die Hohenzollern ließ Friedrich der III. 1694 das Gut durch einen Arrendator verwalten. Mit Übernahme des Gutes ließ Friedrich III. auf dem Gutsgelände ein Lustschloss errichten sowie einen Park anlegen. Eine Radierung von 1737 zeigt das Schloss, obwohl eine Zeichnung von 1707 einen ganz anderen Grundriss darstellt. Wurde das Lustschloss nun anders gebaut als auf der Skizze oder zeigt die Zeichnung von Broebes eine freie Interpretation. In einem Übergabeprotokoll von 1726 findet man nähere Einzelheiten zur Bauweise und Ausstattung des Lust-Schlosses. Beim Bau des königlichen Hof's in Rosenthal kamen neben heimischem Holz, Feldsteine, Ziegeln und Rüdersdorfer Kalkstein zum Einsatz. Die beiden dreieckig zusammengebauten Flügel in zweistöckiger Ausführung wurden ergänzt mit einem Marstall, einem Meier, Ställen und Scheunen. Das Schloss selbst wird später detailliert mit einem Saal, Galerie, Stuben nebst Stubenkammer, Schlafstube, Schreibkabinett, Esszimmer und Küche nebst Vorratskammer. Der das Schloss umgebene Garten war überwiegend bestückt mit heimischen Obstgehölzen, aber auch Pfirsich-, Aprikosenbäume und Wein waren im königlichen Garten zu finden. An der Flurgrenze zum Gutsdorf Lübars wurde durch den neuen Herrn ein Fasanengarten angelegt, der nach dem Tode des Monarchen 1713 erst einmal aufgegeben wurde. Das kleine Lustschloss wurde mehrmals von der königlichen Familie genutzt.

Rosenthal, ein Königlich-Preußisches Lust-Haus, eine Meile von Berlin, in der Mittel-Mark Brandenburg, wo sich die Königliche Herrschaft zu divertiren pflegt. Es liegt selbiges in einer annehmlichen, theils von Natur, theils auch durch Kunst gemachten Wildnis, woden schöne und mit grünen Wänden und Beeten treflich ausgezierte Gärten sind.

1705 wurden inzwischen wieder 2 Kossätenhöfe neu besetzt. Es werden ein Wohnschmied, ein Pachtschäfer, Hirte und ein Schweiner genannt. Hinzu kamen der große und der kleine Knecht. Insgesamt wurden 51 Hufen bewirtschaftet. Im Dorf gab es neben dem Pfarrer einen Küster, ein Schmied und ein Schneider waren im Dorf ansässig. Für den königlichen Patronatsherrn tätig waren noch ein Wildkehrer und ein Hasenjäger. In der Zeitfolge zog dann noch mehr Handwerk nach Rosenthal und so gab es in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wieder Weber. Hinzu kam ein neues Handwerk, der Stellmacher. Ein Kuhhirte wurde im Jahr 1734 genannt und es ist nun auch von einem Tagelöhnerhaus mit vier Familien und einem Nachtwächter die Rede. Ab 1705 setzte sich der Ortsname "Rosenthal" endgültig durch und blieb es bis heute. Mit dem Bau des königlichen Schlosses in Rosenthal erreichte der Ort eine gleichartige Bedeutung wie das Gutsdorf und Schloss Schönhausen. An Berlins Akzisemauer wurde wie bei Schönhausen eines der nördlichen Stadttore benannt. Das Schönhauser Tor für das Schloss in Schönhausen (über Schönhauser Allee) und das Rosenthaler Tor für das einste Schloss in Rosenthal (über Brunnenstraße, Badstraße, Schwedenstraße, Residenzstraße, Kopenhagener und Hauptstraße). Der Name der Residenzstraße könnte auf das ehemalige Schloss in Rosenthal zurückzuführen sein, es ist aber auch möglich, dass damit die Stadt Berlin gemeint war, da diese überwiegend Eigner des Gutsdorfes Reinickendorf war.

Mit der Übernahme durch den Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. wurde das Gut 1713 dem Amt in Niederschönhausen verpachtet. Dieser Monarch hatte keinerlei Interesse an kostspielige Bauten außerhalb der Residenz und unterstellte die Gutsdörfer, die sich im königlichen Besitz befanden, seinen Staatsdomänenämtern. Die zum Schloss gehörende Fasanerie wurde zur Amtszeit des Soldatenkönigs eingestellt und erst mit der Übernahme durch Friedrich II. fortgeführt, dessen Fasanenmeister um 1745 das Schloss bewohnte. 1771 wurde die Fasanerie abermals aufgelöst und zum Schloss Charlottenburg verlagert. Der Name "Fasanengarten" für für ein Flurstück in Rosenthal hat sich über Jahrhunderte bis heute gehalten. Das kleine Schloss wird später noch als Amtsstelle bzw. -haus bezeichnet. Letzte Erwähnung fand das Schloss 1754, wo es aber schon als sehr verfallen genannt ist. Und schließlich ist es auf den Karten um 1780 schon völlig verschwunden. Seit dieser Zeit wurde das Gelände als Gutshof genutzt und schließlich 1990 bis auf drei denkmalgeschützte Gebäude abgerissen.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts fanden auf dem alten Gutshof Ausgrabungen statt bevor auf diesem Grundstück neue Wohnbauten entstehen sollten. Was diese ergaben ist zum Teil eine Sensation. Denn Fundamente die die Zeichnung von Broebes wiedergeben konnten zweifelsfrei nachgewiesen werden. Ebenfalls freigelegt wurde der ehemalige Wohnturm der Krummensees, dessen Errichtung man auf die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts verbinden konnte. Wohnturm und Kirche sind vermutlich um die selbe Zeit entstanden. Bemerkenswert war die unmittelbare Nähe des Wohnturmes der Krummensee's zur Dorfkirche.

Anfang des 18. Jahrhunderts begann man auch neben der Landwirtschaft mit der Jagd. Um Rosenthal und Blankenfelde entstanden zahlreiche Jagdhäuser. 1728 wird berichtet, dass 400 Damhirsche und 30 Wildschweine erlegt worden seien. 1772 wurde freie Kolonistenstellen an Gärtnersfamilien (Büdner) übereignet, die zum Anbau von Gemüse und Hopfen angehalten wurden. Zur Übereignung der Höfe wurde es ihnen untersagt, die Höfe vor Ablauf der 3. Generation an Fremde zu verkaufen. Einer der beiden Gärtnersfamilien machte sich wegen des Misserfolgs von Dannen, der andere Gärtner bat dem König um Übertragung der frei gewordenen Hofstelle für seinen Sohn, so dass sie zusammen die Familie von den Erträgen ernähren kann. Der Bitte wurde auch entsprochen. Um die gleiche Zeit bat der oberste Mühlenbursche der Hermsdorfer Mühle um eine Baugenehmigung für eine Mühle am Dorfrand von Rosenthal. Er hatte Probleme seine Mühle zu betreiben, weil junge Fichten an dem Lübar'schen Acker der Mühle den Wind nähmen. Die Hermsdorfer Mühle wurde nach erforderlicher Genehmigung abgebaut und in Rosenthal neu errichtet. Der Mahlzwang ging nun auf die Rosenthaler Mühle über, brachte den Rosenthalern den Vorteil, dass sie nicht mehr nach Hermsdorf fahren mussten.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert wurde Rosenthal dem Amt Mühlenhof (Mühlenbeck)zugeordnet und das ritterliche Vorwerk, welches schon 16 Ritterhufen umfasst, 1817 verkauft. Die Familien Neumann und Gumtau waren nachfolgende Besitzer. Kaufmann Johann Heinrich Neumann war 1804 Begründer der Tabakmanufaktur in der Breiten Straße von Pankow und vererbte das Gut 1849 an seine Tochter. Die wiederum war mit dem Oberst-leutnant von Grumtau verheiratet.  1882 wurde das Gut schließlich durch die Stadt Berlin erworben, um die geplanten Rieselfelder für Berliner Abwässer zu realisieren.

Die Einwohnerzahlen waren sehr gering. Lediglich hinzukommende Büttner und Einlieger sorgten für einen leichten Anstieg der Einwohnerzahlen. So verzeichnetet das Dorf um 1840 um die 290 Einwohner und dreißig Jahre spätrer waren es schon über 500 Einwohner. Auch die Nutzung der Ländereien als Rieselfelder verhin-derte den Zuzug weiterer Bewohner. Mit der Anlage von Landhauskolonien 1893 stieg die Einwohnerzahl er-heblich an und es entstanden die Ortschaften Wilhelmsruh und Nordend. Im Gegensatz zu Nordend wuchs die Einwohnerzahl in Wilhelmsruh rasant, obwohl das Dorf selbst nur eine geringe Einwohnerzahl aufwies. In Nordend nutzten verschiedene Berliner kirchliche Gemeinden die Flächen für Friedhöfe und in dessen Ein-zugsbereich sich auch die Bewohnerzahl entwickelte.

Wirtschaftlich wurde Rosenthal zur Landwirtschaft genutzt und das Dorf wesentlich durch das Gut geprägt. Neben der schon erwähnten Fasanerie gab es eine Krug und eine Windmühle. Die Kolonie Nordend entwickel-te sich mit gärtnerischen Betrieben an den Friedhöfen Berliner Gemeinden und Wilhelmsruh zog die Schwerin-dustrie an, die aus Kapazitätsgründen neue Standorte für ihr Weddinger Stammwerk suchte.

Wilhelmsruh wurde zeitweise (1893) von Rosenthal getrennt und der Gemeindung Reinickendorf zugeordnet. 1920 ging Rosenthal in den 19. Verwaltungsbezirk Berlins als Bezirk Pankow ein. 18 Jahre später kam auch Wilhelmsruh wieder in diesen Verwaltungsbezirk zurück.

Kirchenrelief Das einstige Wahrzeichen von Rosenthal, der Wasserturm, wurde aus baupolizeilichen Gründen 1958 abgerissen. Einzigstes Zeug-nis aus alten Zeiten ist die heute als Wahrzeichen von Rosenthal erhaltene Dorfkirche, die sich auf dem Anger befindet. Die Entstehungszeit der Kirche liegt in der ersten Hälfte des 13. Jahr-hunderts. Im Kern, ein aus Feldsteinquadern mittelalterlicher Bau, welcher zugesetzt ein spätromainisches Rundbogenportal erhielt. Der vorherige Chor wurde 1705 durch den ersten Preußenkönig in Auftrag gegeben, welcher 1880 durch ein Querschiff aus gelben Ziegeln ersetzt wurde. In den Jahren 1902/03 wurde der Turm nachträglich angebaut. Zu dieser Zeit befanden sich mehr als eine Million Goldmark in der Kirchenkasse. Im zweiten Weltkrieg wur-de der Turm durch ein Artilleriegeschoß getroffen, wobei der obere Abschluss zerstört wurde. Dieser wurde dann in vereinfachter Form aufgebaut. Sehenswert ist das Reliefmedaillon mit dem Wappen der Familie von Gumtau, einer der früheren Besitzer des Gutes Rosenthal.

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Entlang der Panke - Von der Quelle im Naturpark Barnim durch den Norden Berlin's

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