Pankeverlauf
Auf Wiesen und Auen entsprungen, in zwängenden Mauern gedrungen
Ihren Ursprung nimmt die Panke im Naturpark Barnim, nahe der Stadt Bernau. Sie tritt als klarer Wiesenbach aus dem Rutenfelde
(damals nannte man sie umgangssprachlich auch "... in den Rothen Ländern...") hervor und wie viele kleine märkische
Wasserläufe entspringt die Panke nicht nur aus einer murmelnden Quelle, sondern bildet sich aus einem Wiesenluch des Höhenzuges
"Barnim". Dörrier schreibt in seiner Chronik "Die Pankequelle auf den Roten Feldern bei Bernau ist ohne Romantik.
Ein verkrautetes Feld und ein Graben, in dem sich kaum ein Frosch baden kann.". Einst floss sie durch die Stadt Bernau, wurde
aber wegen der zunehmenden Verunreinigung an die Außenmauer, zwischen den Gärten und dem Kirchgraben mittagwärts geleitet.
Seicht dahin fließt sie über die flachwellige Landschaft des Panketals, wo Zepernicker die Panke als "Fließ durchs Feld"
bzw. "Froschgraben" bezeichneten. Vermutlich gab es hier eine Pankemühle, was aber nicht einwandfrei nachzuweisen ist.
Einzige Zeugnisse dieser Annahme sind ein Visitationsprotokoll aus dem Jahre 1541, wo ein moller dem Pfarrer ein pacht hun
zu liefern hatte und in einem Polizeibericht aus dem 19. Jahrhundert wird eine Wiese an der Panke mit "Kleine Mühle"
bezeichnet. Bevor sie die mittelalterliche Stadt verlässt, speisst sie neben dem Stadtgraben eine Waschspüle. Hierzu wurde der
Verlauf der damaligen Zeit mehrmals umgeleitet. Die Panke als Fließgewässer sorgte in der Bernauer Waschspüle stets für sauberes
frisches Wasser. Einen Makel bekam die Waschspüle als Hinrichtungsstätte. Dienstmagd Marie Danewitzes, Tochter eines Bernauer
Tagelöhners wurde 1722 vor dem Stadttor gesägt und in der Waschspüle ertränkt, weil sie ihr neugeborenes getötet und auf dem Acker
vergraben hatte.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde der natürliche Verlauf der Panke durch menschliche Eingriffe verändert. Die vorher meist
schlängelnde Panke wurde auch in ihrer Zeit seit dem frühen Mittelalter mehr und mehr begradigt, um sie z. B. den baulichen
Anforderungen der Stadt Berlin zu entsprechen. Es kamen Wehre zum Einsatz, Mühlen wurden an den Ufern gebaut und durch Rodungen
der natürliche Flusslauf verändert. Angefangen in Bernau, wo um die mittelalterliche Stadt Wallgräben mit Pankewasser gespeist,
die zur Verteidigung genutzt wurde. Auch die Bernauer Waschspüle wird mit quellfrischen Pankewasser versorgt bevor man die Panke
ihrem weiteren Verlauf überließ. Aufgrund mehrerer für die Stadt mit Schäden verbundener Überschwemmungen begann man mit der
umfassenden Zähmung der Panke. Nahe Blankenburg am Pankebecken wurde 1927 mit dem Bau des Nordgrabens begonnen, der die Panke
über die Ortsteile Französisch Buchholz, Nordend, Rosenthal, Wilhelmsruh, Märkisches Viertel, Wittenau, Borsigwalde und Tegel mit
dem Tegler Fließ verbindet. Der natürliche Fluss des Grundwwassers wurde negativ beeinträchtigt, der Grundwasserspiegel sank
merklich ab. Ab den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts verstärkte sich der Zustand mit der Einstellung der Rieselfelderwirtschaft.
Die Entwässerung der Rieselfelder bei Hobrechtsfelde erfolgte über den Lietzengraben vorbei an der Bogenseekette und den Bucher
Karpfenteichen. Zahlreiche künstlich angelegte Feldgräben waren mit dem Lietzengraben verbunden und dienten als Abfluss der
Rieselfelder.
Der 1770 vom Kartografen Schmettau dokumentierte mäandrierenden Lauf wurde begradigt. Auf einer 1839 verzeichneten Karte war die Panke noch nicht mit dem Bernauer Stadtgraben verbunden, sondern verlief über die "Börnickschen Dammwiesen" zu den Rohrwiesen. Schon im 18. Jahrhundert stellte man auch Änderungen im Quellgebiet der Panke fest. Ursprünglich festgestellte Quellen trockneten aus, neu entstanden. Heute ist eine genauere Bestimmung nicht mehr eindeutig möglich, bekommt man im Pankeborn nasse Füsse, könnte es eine der Quellen sein. So beschrieb es Richard Lemke in seinem Buch "Liebe kleine Panke" im Jahr 1955, "Gehen Sie nur durchs Königstor hinaus, geradezu zur Waschspüle. Und danach gehen Sie in die Wiesen, die dahinter liegen. Wenn es unter den Füßen nass wird, haben Sie es gefunden.". Im Landbuch der Mark Brandenburg erwähnt floß die Panke einst durch Bernau hindurch. Wegen ihrem dort verursachten Schmutzwassers verlegte man sie außerhalb der Ringmauer, am Rande der Gärten und dem Kirchgraben.
Hinter Bernau geht es weiter durch das Panketal mit den Ortsteilen Zepernick und Röntgental. Nun gelangt die Panke in das
Stadtgebiet von Berlin und erreicht den Ortsteil Buch. Dabei passiert sie auch das Feuchtgebiet des "Stener Bruches".
Ehemalige Gutsbesitzer nutzten die Panke im Schlosspark von Buch über lange Zeit zur Fischzucht. Ihnen zuvor taten es Slawen,
die am westlichen Ufer der Panke siedelten. Eine Sage berichtet vom Bucher Schlosspark, der verwunschen ist, seit die schöne Julie
von Voß, Friedrich Wilhelms II. Gattin "zur linken Hand" (neben der legitimen Königin, beide lebten an den Ufern der
Panke), die jung an Schwindsucht starb und im Park an der Panke beigesetzt wurde. Ihr Herensroman, der an der Panke endete,
begann auch an dieser, nämlich im Schlosspark von Niederschönhausen, wo noch die alte Königin Elisabeth Christine, die Gattin des
Großen Friedrich, Hof hielt und ihre Tage mit dem Kartenspiel zubrachte. Der im Schlosspark von Buch befindliche Eichenhain war
einstmals ein wendisches Heiligtum und bedeckte auch einen größeren Teil des alten Dorfes.
An der Löffelbrücke Höhe Heinersdorf übernimmt der Schlosspark die Panke, wo sie entlang an idyllischen Schrebergärten und dem
Schloss Schönhausen vorbei fließt. Der Königshof in Berlin schätzte Schönhausen ebenfalls als Ausflugsort und so ließ Friedrich
III. zum Ausgang des 17. Jahrhunderts im Hain von Niederschönhausen Pavillons errichten. Um diese zu erreichen, wollte Friedrich
die Panke so ausbauen lassen, dass dieser mit seinem Gefolge Schönhausen auf dem Wasserwege erreichen könne. Die Reise zum
Schloss sollte in verdeckten Gondeln, mit Hilfe sogenannter "Treckschuten", auf der Panke zurückgelegt werden. An der
Mündung der Panke in die Spree war damals noch kein befestigtes Ufer, sondern dort lagen die Bullenwiesen. Hier wurden vor die
bis dahin geruderten Gondeln Pferde gespannt, die auf einem Pfade am Ufer entlang schritten und die Gondeln vom Hofe stromaufwärts
treckten. Ein aus Venedig stammender Gondoliere musste auf der Fahrt durch das Ödland des Weddings die Gäste unterhalten. An den
Ufern sah man vereinzelt Biergärten, die das "Blankenfelder Bier" ausschenkten, wo sich elustrige Berliner, die über den
Windmühlenberg (Prenzlauer Berg) pilgerten und an der Panke verweilten. Auch Landhäuser der eleganten Welt Berlins waren an den
Ufern der Panke zu finden. Wer Friedrich damals den Floh ins Ohr setzte, die Panke durch Pankows Wälder mit einer Gondel zu
bestreiten um sein Stadtschloss zu erreichen ist unbekannt. Vielleicht las er oder hörte er auch nur zu viel über Venedig. In
einer alten Urkunde steht geschrieben; "Durch den Unterbaum wird die Spree bey ihrem Ausfluß aus Berlin geschlossen. Dicht
beim Unterbaum fließt der Graben in die Spree, welchen König Friedrich I. 1704 von Eosander von Goethe hat anlegen lassen, um von
Schönhausen nach Charlottenburg spatzieren fahren zu können." Leider wurde daraus nichts, denn die Panke hielt
nicht das, was sie versprach. Und so entstand im Schlosspark zwischen den elegant gestutzten Orangen-, Granat- und Myrrebäumchen
eher eine Mischung aus Versailler Blumengarten und Spreewaldzauber als eine Gondolierenromantik. Joachim Christoph Bekmann schrieb
1751 in seiner "Historischen Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg" lakonisch zum Scheitern des Vorhabens;
"Weil der Wind in das stillstehende Wasser gar zuviel Sand hat hineingetrieben.". Die gar nicht auf Romantik
versessenen Bauern klagten, dass der neue Graben die Stadtwiesen und die Hütungen verdorben hätten. Geblieben von diesem
ehrgeizigen Vorhaben ist ein verschütteter Graben und die siegessichere plätschernde Existenz der "Panke", die weiter
munter ihre Wellen schlagend sich durch den Schlosspark schlängelt. Mit einem Zweispänner benötigte man vom Schönhauser Tor bis
Pankow etwa eine halbe Stunde. Etwas weiter Richtung Wedding erreicht die Panke den ehemaligen Landsitz von Herrmann Killisch von
Horn wo vorher eine Papiermühle ratterte. Diese wurde nach und nach zu einem Herrenhaus umgenbaut.
Mit Verlassen des Bürgerparks floss die Panke eigentlich weiter durch Pankow, wegen eines Gebietsaustauchs zwischen Weddig, Reinickendorf und Pankow fiel das Pankegebiet jenseits der Stadtbahnlinie zwischen Wollankstr. und Schönholz dem Wedding zu. Der Übergang der Panke zum Wedding war 28 Jahre während der Zeit 1961-1989 mit einem Gitter gegen Republikflüchtlinge gesichert.
Der Weddinger Stadtteil zwängt die Panke mit ihren vorerst gewohnten natürlichen Ufern in eine
steinerne Rinne, wie sich das für einen ordentlichen Großstadtfluss gehört. Diese Maßnahme war aber notwendig, weil die Panke ein
unruhiges Flüsschen mit recht veränderlichen Wasserstand war und bei Hochwasser zu einem reißenden Fluss wurde. Wo im Wedding die
Panke durch die hohen Straßen mit den hohen Mietskasernen oder an grauen Hinterhöfen vorbeifließt, da zaubert sie auf einem
schmalen Streifen ein grünes Idyll in der Einöde der Steinwüste. Da stehen noch kleine Schrebergärten an ihren Ufern, da haben
Weiden und Buchwerk in dem wenigen Erdreich Wurzel geschlagen, da klettern wilder Wein und Efeu die Wände von Schuppen entlang,
während Rotdorn und Holunder an Park und Landschaft denken lassen. So entstanden malerische Winkel, die man an der Spree vergeblich
suchen wird. Der weitere Wasserlauf im Wedding wurde um die Jahrhundertwende begradigt und um 1950 mit der Anlegung des Panke
Grünzuges begonnen. Parkartig strukturierte Uferzonen lockern den sonst mit Beton-, Klinker- und Stahlspurwänden eingefassten
Wasserlauf der Panke auf.
Mit der Mühle an der Panke bekam das Dorf Weddinge seinen Gesundbrunnen. Einst diente die Mühle als Vorwerk für das Dorf Wedding.
Nach einer Legende soll Friedrich I. von der ansässigen Müllerin ein Glas Wasser erhalten haben, das ihm so wohl schmeckte und er
es auf seinen Gehalt prüfen ließe. Dabei wurde festgestellt, dass es sich um eisenhaltiges Wasser handelte und so ließ Friedrich
nach einer Quelle suchen, die man schließlich auch fand. Der Gesundbrunnen war geboren, es siedelten sich 1757 die ersten
Kuranlagen an, das Friedrichsbad wurde gebaut und auch die Gastronomie fand eine Nische in der neuen gesunden Gegend. Der
königliche Hofapotheker Heinrich Wilhelm Behm baute 1758 das Terrain weiter aus und legte den Friedrichs Gesundbrunnen an. 1809
ersetzte dann das Luisenbad das verfallene Friedrichsbad und als die Quelle versiegte wechselte die gesundheitliche Ausrichtung
des Gesundbrunnens in ein Vergnügungsviertel, welches dann bis zum Mauerbau überlebte. Ab diesen Zeitpunkt blieben die Besucher
aus dem Ostteil der Stadt aus und das Vergnügungsviertel entwickelte sich zu einem ganz normalen Stadtteil von Berlin. Erst zur
750 Jahrfeier Berlins wollte man wieder an der Historie der Panke anknüpfen und eine Auenlandschaft schaffen und das bereits
verschwundene Mühlrad sollte wieder aufgebaut werden. Aus alledem wurde nichts, nur ein aufgemaltes Mühlrad an einem Gebäude
erinnert an die Planungen. Die Quelle des Gesundbrunnen befindet sich in der Badstraße 35, in einer Remise wo von heute die
steinerne Umfassung der Quelle steht. Auf dem heutigen Hauptgebäude, welches das ehemalige Quellenhäuschen ersetzte wurde zur
Erinnerung an das ehemalige Quellhäuschen ein Relief an der Hauswand angebracht. Das Quellwasser wurde im 19. Jahrhundert als
Königin Luise Quellwasser abgefüllt und in Berlin vertrieben.
Vorbei am volksmündlich genannten "Roten Wedding" führt der Weg der Panke, eingesäumt von Mietskasernen mit Hinterhöfen
und Seitenflügeln. Sie erreicht die Pankstraße, die aus der Panke ebenfalls ihren Namen bekam. Eng verläuft die Panke gebannt an
alten Fabriken vorbei. Dann erreichte sie ursprünglich den Stadtpark, wo sie einst hindurchfloss. Wie es hier einst mal war
beschreibt ein Vortrag, gehalten von Dr. Wassergogel im wissenschaftlichen Verein der Sing-Akademie zu Berlin am 1. April 1855;
»Der Wanderer, den zur Rechten der Oranienburger Chaussee (Müller/ Chausseestraße) bei Liesen ein leckeres Hühnerfricassée und eine gute Weiße erquickt, dehnt vielleicht beim Schimmer des aufsteigenden Mondes im Dufte blühender Linden seinen Spaziergang bis zur nächsten Brücke aus. Hier, wo rechts auf einer sanften Abdachung des alten Moorbodens, träumerisch verloren in abendliche Nebel, ein morscher Zaun die Gebeine muhtwillig erschlagener Katzen, und die Reste irdener Geschirre vor dem Hauche der Nordstürme schützt, gewahrt er links im tiefen Schatten der Erlengebüsche einen kleinen Fluß, der sich wider die Gewohnheit seiner glücklichen Gebrüder in den Gebirgen, ohne Gemurmel, links in die Büsche schlägt und von einer Stelle entfernt, an der selbst der nervenstärkste Flußgott nicht ohne Belästigung seiner Nase verweilen möchte. Dieser kleine Fluß, hochwerte Anwesende, ist die Panke...«.
Kurz dahinter am Schönhauser Graben befand sich das Wirtshaus "Sandkruge", nahe der 1764 erbauten Artelleriekaserne, die Sandkrugbrücke über der Panke verband beide Häuser. Von hieraus versuchte auch Eosander für die Königin mit Treckschuyten von Charlottenburg nach Schönhausen Luxusfahrten zu realisieren. Die unchaussierten Landstraßen jener Zeit waren für das Fahren mit der Kutsche kein Vergnügen.
Unterhalb der Schönwalder Brücke spaltete eine unter der Bebauung nur schwer erkennbare Insel die Panke, die nun ihr Wasser teilen musste. Nur der ärmliche linke Arm erreicht in seinem alten Bett die Spree. Was von dem Pankewasser noch übrig bleibt, zieht munter, wenn auch schwarzgrüngraublau von Farbe weiter und endet in einem Tunnel unterhalb des "Theater des Volkes" in der Spree. Die Panke wurde kurz hinter der Schulzendorfer Straße an einer Wehranlage nach Westen verlegt und sollte als Verbindung den Ausbau zum Schloss Schönhausen übernehmen. Um 1713 konnte seinerzeit schon der Schönhauser Graben fertig gestellt werden, der sich unmittelbar an der Heidestraße befindet und vom Nordhafen östlich abzweigte. Um 1847 wurde dieser Graben zum Spandauer Schifffahrtskanal weiter ausgebaut, der Pankelauf blieb bei dem Ausbau unbeachtet und wurde nach dem Scheitern des weiteren Ausbaus nach Schloss Schönhausen nicht zurück in den alten Pankeverlauf (Südpanke) verlegt. An den früheren Verlauf erinnert heute nur die Grünanlage mit einigen Spuren an die Panke im Stadtpark. Der eigentliche Pankeverlauf verlief durch Mitte über die Chausseestraße, in dessen Quadrat Habersaathstraße, Scharnhorststraße und Boyenstraße in einem offenen Flussgraben, verschwindet danach und taucht wieder hinter der Hannoversche Straße und Phillipstraße auf. Wie ein Nil im Deltatal lag sie hier im Gerümpel des Abfallgrabens der Hannoverschen Straße. Einst führte ihr Weg durch die Gärten der Thierarzneischule, dann weiter an dem Friedrich-Wilhelmstädtischen Schauspielhaus vorbei. Kurz vor dem Deutschen Theater taucht sie abermals mittels Verrohrung ab, bis sie am Schiffbauerdamm auftauchte und ursprünglich in die Spree mündete. In dem noch verbliebenen alten Teil des Pankeverlaufes schlängelte sich die Panke, eher wasserarm, bis zu den Grenzsicherungsmaßnahmen 1961, nun wurde sie vom Oberlauf getrennt.
Am Schiffbauer Damm Numma zwee, vorm Theater "Berliner Ensemble" (ehemals Theater des Volkes) kommend und nahe der
Weidendammer Brücke floss die Panke in die Spree. Das war nicht immer so. Kaum zu glauben, aber vor langer Zeit war die Spree noch
ein unbedeutender Nebenfluss der Panke und ordnete sich dem reißendem Gletscherabfluss, der ins Tal der Spreewanen hinab strudelte
unter. Von links her kommend nahm sie die Spree in ihrem Flussbett auf und erst später mit dem Wachsen der Stadt Berlin übernahm
die Spree die vorherrschende Stellung und die Panke endete an der ehemaligen Einmündung der Spree. Die Spree wurde im Zuge des
Stadtbaus den örtlichen Gegebenheiten angepasst, Kanäle angelegt und der Flusslauf verändert. Die Zeichnung aus dem Jahr 1855 zeigt
den Schiffbauer Damm mit der Pankebrücke.
In dem, ab dem 19. Jahrhundert, unmittelbar am Ufer der Spree liegenden Eckhaus waren jahrelang Schifferbauerkneipen, wo auch die Schiffer der Lastenkähne Rast machten und die Lokalitäten besuchten. Der Schiffsbau war bis in den Anfang des 19. Jahrhundert hier etabliert, wurde aber wegen der zunehmenden Bedeutung von Berlin und des fortgeschrittenen Ausbaus und der Verwaltungsreform 1920 durch Wohn- und Geschäftsbauten verdrängt. In das Haus zog nun der Genfer Verband Schweizer Kaufleute und eine Filiale der Bank ein. Einzig geblieben ist die Lokalität und wurde "Ganymed" (Mundschenk der griechischen Götter). Während der Zeit der DDR etablierte sich das Lokal zur beliebten Künstlerkneipe, blieb aber in der gehobenen Klasse. Auch nach der Wende ist das Lokal seiner Tradition treu geblieben. Und die Panke? Sie fließt ab und zu, bei höheren Wasserständen wieder hierher, dann werden am Wasserwehr Schulzendorfer Straße die Schleusen zur Südpanke geöffnet.
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